25. liteRADtour

So, 24.09.2017, 12.30 Uhr

Genre: Auf den Spuren von Autoren & Geschichten

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: frei

„Wieviel Literatur braucht eine Stadt? Und wieviel Platz bekommen Radfahrer und Radfahrerinnen? Das im Gefolge des Wirtschaftswunders verstoßene Fahrrad hat seinen Platz auf unseren Straßen im Triumphzug zurückerobert. Jetzt gilt es der Literatur eine größere Öffentlichkeit zu verschaffen.“

So schrieb der damals neue Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann anlässlich der 1. liteRADtour, die er für 19. September 1993 ansetzte. Der Erfolg gab ihm recht, zahlreiche Literaturfans kamen per Rad, um mehr über Salzburger Autor*innen und deren Geschichten zu „erfahren“, Salzburger Reiseführer schrieben eifrig mit, die Idee wurde mancherorts kopiert ... Und abends begeisterte Uwe Dick mit seinem „Monolog eines Radfahrers“.

2001 erschien in der Edition Eizenbergerhof – herausgegeben von Peter Fuschelberger, Petra Nagenkögel und Tomas Friedmann – der umfangreiche, längst vergriffene Band SALZBURGER LITERATOUREN, der Wege durch Stadt und Land Salzburg versammelt.

Seit 1993 radeln also jedes Jahr an einem Sonntag im September Neugierige auf den Spuren von Georg Trakl, Thomas Bernhard, Stefan Zweig, H.C. Artmann, Peter Handke, Gerhard Amanshauser u.v.a.
– geführt von Expert*innen wie Hans Weichselbaum, Gert Kerschbaumer, Manfred Mittermayer, Matthias Part, Brita Steinwendtner, Hildemar Holl etc.

2017 wird doppelt gefeiert: Das Fahrrad feiert seinen 200. Geburtstag – und wir veranstalten die 25. liteRADtour. Deshalb starten wir mit einem literarischen Frühschoppen bereits mittags im Literaturhaus Salzburg. 

 

12.30 Uhr „Notizen eines Radfahrers“ von und mit Bernhard Flieher. Der Journalist und begeisterte Radler liest Kolumnen, Glossen und kurze Erzählungen über das Rennradfahren. Er begleitet legendäre Helden und trifft auf den größten Gegner auf der Radstrecke: sich selbst. Zum einstündigen Programm gibt es passende Musik und zur Stärkung einen Radl-Brunch mit Getränken und Snacks.

14 Uhr geführte Radtouren:
Psychoanalyse und Hausdurchsuchung
Der Historiker Gert Kerschbaumer hat sich mit einer Zweig-Biograe, seinen Recherchen über nationalsozialistische Beutekunst, die Salzburger Bücherverbrennung und der wissenschaftlichen Beglei- tung des Projekts Stolpersteine einen Namen gemacht. Er begibt sich auf die Spuren von Sigmund Freud und Stefan Zweig.

Der kritische Beobachter vom Festungsberg
Der Literaturwissenschafter und Vorsitzende der Internationalen Stefan Zweig-Gesellschaft, Hildemar Holl, ist mit seiner Gruppe in das Haus des Salzburger Satirikers, Lyrikers und Essayisten Gerhard Amanshauser (1928-2006) eingeladen, wo die Witwe des Schriftstellers sie empfängt und sich interessierten Fragen stellt.

Poesie und Widerstand
Die Autorin, Literaturjournalistin und Regisseurin Brita Steinwendtner kannte und kennt viele Autor*innen persönlich. Mit H.C. Artmann, der ab 1972 in Salzburg lebte, und Ilse Aichinger, die rund 20 Jahre in Großgmain wohnte, verband sie eine enge Beziehung. Sie radelt auf den Spuren der beiden berühmten, verstorbenen Dichter.

Vom Keller zum Festspiel-Skandal
Der Germanist, Leiter des Literaturarchivs Salzburg und Co-Leiter der Rauriser Literaturtage Manfred Mittermayer ist Spezialist für Thomas Bernhard – als Biograph, Mitherausgeber der Werkausgabe und Ausstellungsmacher. Er hinterfragt die Salzburg-Beziehung des berühmten Autors und führt zu Lebens- und Werkstationen.

Tatort Salzburg
Der Krimi-Autor und Kabarettist Manfred Baumann – seit seinem erfolgreichen Debüt „Jedermanntod“ (2010) sind bisher 5 Fälle für Merana erschienen – fährt auf eigenen kriminellen Spuren und denen von Wolf Haas, Franz Zeller, Tatjana Kruse u.a. zu lokalen Tatorten, liest Textpassagen und erzählt von gefährlichen Begeben- heiten.