Iman Humaidan

50 Gramm Paradies

Mi, 03.05.2017, 19.30 Uhr / Galerie Untersberger-Kerschbaumer

Genre: Lesung & Gespräch (arabisch/deutsch)

Veranstalter: prolit, Südwind, Friedensbüro

Eintritt: frei

© Verlag Lenos

Beirut, 1994. Es sind zehn Jahre vergangen, seit Maja den Libanon verlassen hat. Nun ist sie zurückgekommen, die Verheerungen des zu Ende gegangenen Bürgerkriegs sind überall sicht- und spürbar, nicht nur in den Straßen, sondern vor allem in den Seelen der Menschen. Bei
Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm findet Maja zwischen Ruinen der Stadt einen abgewetzten Lederkoffer, dessen Inhalt – Briefe, Fotos, Tagebücher – ihr Leben auf den Kopf stellt. Majas Recherchen führen sie auf die Spur der syrischen Journalistin Nura, die, vom Geheimdienst verfolgt, Ende der 70er Jahre in den Libanon geflüchtet war.

Iman Humaidan zeichnet ein vielschichtiges Bild vom Leben während des libanesischen Bürgerkriegs und von der Zeit danach, sie beleuchtet die Verdrängung kollektiver wie persönlicher Schuld und die Schicksale der Minderheiten – Kurden, Armenier, Juden – in der multikonfessionellen Region.

Iman Humaidan, geboren 1956 in Ain Anub im Libanon, studierte Soziologie in Beirut. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit unterrichtet sie an europäischen und amerikanischen Universitäten Arabisch und Kreatives Schreiben. Sie ist Präsidentin des libanesischen P.E.N.-Zen-trums und lebt in Paris und
Beirut. Ins Deutsche übesetzt sind ihre Romane „Wilde Maulbeeren“, „B wie Bleiben wie Beirut“, „Andere Leben“, alle erschienen im Lenos Verlag.