Andrej Kurkow , Tanja Maljartschuk , Taras Prochasko

Europa der Muttersprachen 2017: Ukraine 3

Fr, 28.04.2017, ab 17 Uhr

Genre: Film, Literatur (19.30 Uhr) & DJ-Party mit Kollektiv Tanzbar (ab 22 Uhr)

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 10/8/6 inkl. Ukraine–Buffet

Andrej Kurkow © Fotowerk Aichner
Tanja Maljartschuk © privat
Taras Prochasko © privat

„Mein Glück“ – gedreht in den ukrainischen Städten Schostka und Schors erzählt der Spielfilm des bekannten Regisseurs Sergej Loznitsa von Begegnungen in der postsowjetischen Gesellschaft – eröffnet um 17 Uhr den letzten Abend des Ukraine-Festivals. Ab 19.30 Uhr lesen drei Autoren: Tanja Maljartschuk, Taras Prochasko und nach einer Pause Andrej Kurkow. Moderation: Mariya Donska und Tomas Friedmann (Deut. Lesung: Peter Arp). Und ab 22 Uhr legen die DJs vom „Kollektiv Tanzbar“ Musik aus Ost und West zum Tanzen auf!

Taras Prochasko gelingt mit „Daraus lassen sich ein paar Erzählungen machen“ (2009) ein poetisches und gleichzeitig tief in der Geschichte verankertes Buch. Familienerinnerungen, morgendliche Menschenschlangen, um Kaffee oder Milch zu kaufen, Züge in die Berge, Portraits von Bob Marley und Bars in Iwano-Frankiwsk – Prochaskos Welt ist voll von lebensechten und verrückten Details.

Eine fiktive Landschaft wird in der „Biografie eines zufälligen Wunders“ (2013) von Tanja Maljartschuk entworfen. Aus der Sicht eines Schulmädchens und später einer jungen Frau wird die unerträgliche Wirklichkeit der neunziger Jahre mit Armut, Ungerechtigkeit und Gewalt gezeigt. Die Hartnäckigkeit der absurden Realität mischt sich mit der Möglichkeit eines „zufälligen Wunders“.

Die Verbindung von Skurril-Realem und Fantastischem zeichnet auch die Werke von Andrej Kurkow aus. In seinem neuen Roman „Die Welt des Herrn Bickford“ (2017) wirft der ukrainische Bestsellerautor wieder einen satirischen Blick auf die „sowjetische Mentalität“, die auf einer märchenhaft-melancholischen Reise durch die Taiga erkundet wird.