Selim Özdogan

Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

Di, 04.04.2017, 19.30 Uhr / Galerie Untersberger-Kerschbaumer

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit

Eintritt: frei

© Tim Bruening

Vergnüglich zu lesen und dennoch von großer Ernsthaftigkeit ist der neue Roman von Selim Özdogan. „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ greift mit provokanter Klugheit die bestimmenden Themen unserer Gegenwart auf.

Krishna Mustafa, der Protagonist des Romans, dessen Mutter sich auf der Rückreise aus dem Hippieparadies Indien in einem Istanbuler Puddingshop in seinen Vater verliebt, ist Deutscher und Türke, jedenfalls sagen das seine beiden Reisepässe. In der Türkei geboren und in Deutschland aufgewachsen, ist er mit zwei kulturellen Systemen bestens vertraut, so lange bis seine Freundin ihn verlässt, weil er angeblich seine Identität noch nicht gefunden habe. Auf der Suche nach dieser tauscht Krishna mit seinem türkischen Cousin den Wohnort und fährt nach Istanbul. Ein Road-Movie, das nationale Stereotypen auf den Prüfstand stellt und die Bilder durchquert, die man sich von den jeweils „anderen“ macht.

„Man kann auch lachend ernsthaft sein. Selim Özdogan jedenfalls kann: Migration, Integration, Identität zwischen Deutschland und der Türkei – so cool, poetisch und unterhaltsam hat davon noch niemand erzählt“, sagt der Filmregisseur Fatih Akin über diesen Roman.
 

Selim Özdogan, geboren 1971, lebt in Köln. Für sein Schreiben wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis (1999). Veröffentlichungen u.a: „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ (1995), Im Juli (2000), „Heimstraße 52“ (2011), „DZ.“ (2013).