Isabella Feimer , Tex Rubinowitz , Daniel Wisser

Achtung: Neue Bücher!

Do, 16.03.2017, 19.30 Uhr

Genre: Lesungen & Gespräch

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 10/8/6

Aus der Flut der Neuerscheinungen im Frühjahr 2017 wurden für diesen Abend drei besondere Romane von drei AutorInnen ausgewählt, die alle in Wien leben und jüngst beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb aufgetreten sind. Moderation: Ines Schütz, Anton Thuswaldner und Günter Eisenhuber.

Tex Rubinowitz: „Lass mich nicht allein mit ihr“ (Rowohlt Verlag, 2017)
Dieses Buch nennt sich selbstbewusst „Roman“. Dabei heißt der Ich-Erzähler wie der Autor und weist auch biographische Gemeinsamkeiten mit diesem auf. Allerdings ist alles so haarsträubend, dass man folgert: Das kann nicht das wahre Leben sein, das ist Quatsch! Oder Literatur mit geheimen Botschaften, einer erotischen Obsession und einem Toten im Kleiderschrank. Immer, wenn es der Erzähler zu bunt treibt, schaltet sich ein unsympathischer Lektor ein, um ihm den Marsch zu blasen und klarzustellen, was gerade geht auf dem Buchmarkt. Sofort beginnt folgsam ein brutaler Thriller, um nach ein paar Absätzen in eine völlig andere Richtung zu preschen, denn dieses phantastische Buch tut vieles: Es verwirrt, blendet durch Virtuosität und unterhält köstlich – nur brav erzählen, das tut es nicht.

Tex Rubinowitz, geboren 1961 in Hannover, lebt als Witzezeichner, Maler, Musiker und Schriftsteller in Wien. 2014 erhielt er den Bachmann-Preis. Zahlreiche Ausstellungen, Alben mit der Band „Mäuse“ sowie Bücher, zuletzt „Irma“ (2015), „Die Fliegen (2016).

Isabella Feimer: „Stella maris“
(Braumüller Verlag, 2017)

Eva, eine im Laufe der Zeit unsterblich Gewordene, trägt in sich Geschichten vieler Epochen und unterschiedlicher Orte. Ihre Erinnerungen sind grenzenlos und fügen sich mosaikartig zu einem überbordenden Gemälde – verdichtet in Erlebnissen in Rom und Paris. Zwischen den antiken Ruinen der ewigen Stadt wuchern Angst und Faschismus in Richtung des nahenden Krieges. Jahrzehnte später in Paris sieht sich Eva erneut mit Gewalt konfrontiert, dem Terror kann nur mit Anarchie und der Überschreitung einer Liebe begegnet werden. Doch Evas Leitstern, der Stella maris, scheint verloren. Die Chronik ihrer vielen Leben wird zur Entblößung der Menschheitsgeschichte. Eine tiefgründige Geschichte zwischen Schöpfung und Untergang, eine Höllenfahrt durch Zeit und Raum, die – beginnend mit der Renaissance – in eine futuristische Welt führt.

Isabella Feimer, geboren 1976 in Mödling, lebt in Wien. Studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und arbeitet als Theaterregisseurin und Autorin. Schreibt Kurzgeschichten, Reiseprosa, Theatertexte, Hörspiele und Romane: „Der afghanische Koch“ (2013) „Zeit etwas Sonderbares“ (2014), „Trophäen“ (2015).

Daniel Wisser: „Löwen in der Einöde“
(Verlag Jung und Jung, 2017)

Michael Braun geht seine Latein-Nachhilfelehrerin ein Leben lang nicht aus dem Kopf. Als die schöne Alies spurlos verschwindet, bleibt ihm nur die Erinnerung an schüchterne Küsse, eine Neigung zu exotischen Frauen und die Frage, was mit ihr geschehen ist. Nicht dass er sich je bemüht hätte, das Rätsel zu lösen: Erstens hatte er Angst vor den Löwen von Alies Nachbarn, zweitens vor ihrem cholerischen Ehemann, der die Löwen irgendwann erschossen hat. Und drittens ist Braun einer, dessen Kindheitshelden Menschen sind, die im Weltraum ausharren oder in einer Gefängniszelle vergessen überleben. Ein bisschen so ist auch Braun: Er harrt aus in seiner Beziehung und überlebt als Beamter am Meldeamt. Bis ihm eines Tages die Schlüssel zu Alies Rettung und zur Selbst-Befreiung in die Hände fallen.

Daniel Wisser, geboren 1971 in Klagenfurt, lebt in Wien. Schriftsteller, literarischer Performer und Musiker (Erstes Wiener Heimorgelorchester). Bisher erschienen die Romane „Dopplergasse acht“ (2003), „Standby“ (2011) und „Ein weißer Elefant“ (2013) sowie eine Sammlung frei vorgetragener Prosatexte unter dem Titel „Kein Wort für Blau“ (2016).