Olga Martynova

Der Engelherd

Di, 14.03.2017, 19.30 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit, Fachbereich Slawistik

Eintritt: € 8/6/4

© Jürgen Bauer

Mit ihrem neuesten Roman legt die russische, teils auf Deutsch schreibende Autorin ein komplexes Werk vor, in dem sie „mit federleichter Hand an existentielle Abgründe“ (Judith von Sterburg) führt. Die Engel als Wesen, die mehr wissen und mehr sehen als ihre menschlichen Zeitgenossen, geben den Ton an in diesem Buch, sie bilden jene erzählerische Instanz, die es braucht, um ein Geschehen in all seinen sichtbaren und unsichtbaren Dimensionen erfassen zu können: die Liebe zum Beispiel, die einen zentralen Raum einnimmt in diesem Roman. Oder die Frage, was Freiheit bedeutet und wie sich Schönheit und Gewalt zueinander verhalten. Und welche Formen das Vergangene annimmt, um sich einzuschreiben in unsere Gegenwart.

Ein kluges, lebendiges und doppelbödiges Buch, das uns die Erzählkunst von Olga Martynova einmal mehr erfahren lässt.
 

Olga Martynova, 1962 bei Krasnojarsk in Sibirien geboren, wuchs in Leningrad auf und studierte dort russische Sprache und Literatur. 1991 zog sie nach Deutschland. Sie schreibt Gedichte auf Russisch und Essays und Prosa auf Deutsch. Mit ihrem Romandebüt „Sogar Papageien überleben uns“ (2010) kam sie auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Für ein Kapitel aus ihrem Roman „Mörikes Schlüsselbein“ gewann sie 2012 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2015 erhielt sie den Berliner Literaturpreis und hatte die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU Berlin inne.