Deborah Holmes: Egenie Schwarzwald und die Schule der Freude. Pädagogik und Kunst im Wiener Fin-De-Siècle

Do, 02.03.2017, 10.30 Uhr

Genre: Literaturfrühstück

Eintritt: € 6/4

© Archiv Österreichische Nationalbibliothek

Geboren am 4. Juli 1872 in Galizien, zog Eugenie Nussbaum 1895 nach Zürich, um – trotz aller Schwierigkeiten, die Frauen bei der höheren Bildung in den Weg gelegt wurden – eine der ersten promovierten Germanistinnen Österreichs zu werden. Nach der Heirat mit dem Jugendfreund Hermann Schwarzwald ließ sie sich in Wien nieder, wo sie ab 1901 eine Reihe von bahnbrechenden Schulen gründete, unter anderem das erste Realgymnasium für Mädchen und die erste koedukative Volksschule in der österreichischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie. Ihre Methoden hatten viel mit der zeitgleichen Bewegung der Reformpädagogik gemeinsam, basierten aber auch auf ihren Kontakten zu Figuren der Wiener Moderne.

Von ihrer Ankunft in Wien bis zu ihrer erzwungenen Emigration im Jahr 1938 standen Schwarzwalds Haus und Schulen einem großen Aufgebot von Schriftstellern und Künstlern offen, die von ihrem Interesse an ihrer Arbeit, von ihrer Gastfreundschaft und von der Infrastruktur ihrer Schulen profitierten – Adolf Loos, Oskar Kokoschka, Peter Altenberg, Arnold Schönberg und Egon Friedell, um nur einige zu nennen. Zum Erschrecken der Unterrichtsbehörden umging Schwarzwald eigenwillig alle Lehrpläne, um ihren Schülerinnen die Gegenwartskunst näherzubringen; gleichzeitig ging sie selbst als Kunstfigur in die Literaturgeschichte ein.

Beim Literaturfrühstück gibt die Literaturwissenschaftlerin Deborah Holmes – wie immer bei Kaffee und Kipferln, solange der Vorrat reicht – Einblick in Leben und Werk von Eugenie Schwarzwald.