Bachtyar Ali

Der letzte Granatapel

Di, 18.10.2016, 19.30 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch (deutsch/kurdisch)

Veranstalter: prolit, Südwind in Kooperation mit Plattform für Menschenrechte

Eintritt: € 8/6/4

„Einundzwanzig Jahre lang hatte ich dem Sand zugehört. Einundzwanzig Jahre lang zählte ich zu den gefährlichsten Gefangenen der Nation. Abgeschnürt von der Welt, am fernen Ende des Landes, an einem Ort, wo sogar Gott die Menschen vergisst, wo das Leben endet und das Sterben beginnt, in einer Gegend in den Farben eines unbewohnten Planeten.“

Der Roman des in Deutschland lebenden kurdischen Autors Bachtyar Ali ist eine große orientalische Erzählung und zugleich eine politische Parabel von größter Aktualität:

An Bord eines Flüchtlingsbootes erzählt Muzafari Subhdam seine Geschichte. Selbst ein hochrangiger Peschmerga, rettete er dem legendären kurdischen Revolutionsführer einst das Leben, als sie von Truppen des Regimes umstellt waren; und geriet dabei in 21-jährige Gefangenschaft, mitten in der Wüste. Wieder in Freiheit, begibt er sich auf eine Reise durch das, was aus seinem Land geworden ist: eine Reise durch Geschichten, Geheimnisse, Erinnerungen und Verluste; eine Reise auf der Suche nach seinem verschollenen Sohn; und eine Reise, die ihn schließlich auf den Weg führt, den Tausende vor ihm genommen haben: übers Mittelmeer in den Westen.

Bachtyar Ali wurde 1966 in Sulaimaniya im Nordirak geboren. 1983 geriet er durch sein politisches Engagement in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologiestudium ab, um sich der Poesie zu widmen. Sein erster Gedichtband „Gunah w Karnaval“ („Sünde und Karneval“) erschien 1992. Sein Werk umfasst Romane, Gedichte und Essays. Er lebt seit Mitte der neunziger Jahre in Deutschland.