Gert Jonke
Angelika Klammer

Insektarium

Mi, 18.04.2001, 20 Uhr

Genre: Buchpräsentation & Lesung

Veranstalter: Literaturhaus

Eintritt: 80,-/ 50,-

Gert Jonke gehört zu den wichtigsten Gegenwartsautoren Österreichs. Im neuen Jung und Jung-Verlag ist soeben sein jüngstes Buch erschienen: „Insektarium“. Nach der Präsentation durch die Lektorin Angelika Klammer liest Gert Jonke. Was da durch dieses Buch saust, zischt, surrt, summt und brummt und krabbelt, kraucht, tappt, springt und fliegt, das sind nichts anderes als die Einfälle, Phantasieblitze und Bilderfindungen, wie sie nur dem Kopf des Gert Jonke entspringen können. In eine geheimnisvolle Ordnung sind sie eingebunden, diese Textinsekten, klein, zäh und eigensinnig, und stören doch: eine Gegenwelt, in der sich die unsere spiegelt. Und dieses Spiegeln führt von monologischen Prosaskizzen zum Dialog, aus dem wiederum die polyphone Musik der Jonke-Sprache wird. Unverwechselbar ist die, weil sie wie keine andere die Katastrophenverzweiflungen mit himmlischen Längen in eins zu setzen versteht. Und noch etwas: Jonkes oft so absurd einsetzende Theaterpoesien sind wie nebenbei höchst kluge Befindlichkeitsbeschreibungen unserer fatal-vertrackten Menschenwelt, in der wir oft so insektenhaft lästig, ja giftig sind und doch auch von einer seltsam durchscheinenden Schönheit. Gert Jonke, geboren am 8. Februar 1946 in Klagenfurt. Ab 1966 verschiedene, nicht beendete Studien in Wien. 1969 erstes Buch: „Geometrischer Heimatroman“. Ab 1971 sieben Jahre in Berlin (Gast im Künstlerprogramm des DAAD), längere Aufenthalte in London und Südamerika. 1978 Rückkehr nach Wien, 1981 in Hamburg, 1985/86 in Frankfurt am Main, seitdem wechselnd in Klagenfurt und heute in Wien lebend. Zahlreiche Literaturpreise: Bachmann-Preis 1977, Erich-Fried-Preis 1997, Berliner Literaturpreis 1998. Veröffentlichungen: „Die Vermehrung der Leuchttürme“ (1971), „Im Inland und im Ausland auch“ (Prosa. Gedichte. Hörspiel. Theaterstück, 1974), „Schule der Geläufigkeit. Erzählung“ (1977), „Der ferne Klang“ (1979), „Die erste Reise zum unerforschten Grund des stillen Horizonts“ (1980), „Der Kopf des Georg Friedrich Händel“ (1988), „Sanftwut oder der Ohrenmaschinist. Eine Theatersonate“ (1990), „Stoffgewitter“ (1996), „Es singen die Steine. Ein Stück Naturtheater“ (1998), „Himmelstraße – Erdbrustplatz oder Das System von Wien“ (1999) u.a.