Wilfried N’Sondé

Das Herz der Leopardenkinder

Do, 12.05.2011, 20 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch (frz./dt.)

Veranstalter: Verein Literaturhaus, AAI-Salzburg, Amref, FB Romanistik (Uni Salzburg)

Eintritt: € 6/5/4

Der afrikanische Autor Wilfried N’Sondé bringt eine neue Stimme in der Literatur ein. So schrieb die renommierte FAZ über sein Buch „Das Herz der Leopardenkinder” (Kunstmann Verlag, 2008): „Ein Selbstgespräch von schonungsloser Radikalität und betörender Musikalität, dessen stakkatohafter Rhythmus an Rap-Songs erinnert ... Nicht in seiner politischen Botschaft liegt die Stärke dieses kongenial übersetzten Romans, sondern in der Stilsicherheit des Autors, der komplexe Sachverhalte einfach darzustellen und, unbekümmert um literarische Konventionen, mitreißend zu erzählen versteht.” Moderation: Ines Schütz & Roman Reisinger. Deutsche Lesung: Michael Kolnberger.

Zusammengeschlagen und eines Verbrechens angeklagt, findet sich ein junger Farbiger auf einer Polizeiwache wieder. In der Verlassenheit und tiefsten Erniedrigung einer Gefängniszelle überfällt ihn eine Flut von Erinnerungen: an die hellhäutige Mireille und die leidenschaftliche Liebe zu ihr; an Drissa, seinen Blutsbruder, der die Gewalt gegen sich selbst kehrt; an Kamel, der zum Fanatiker geworden ist. Und immer wieder werden die Stimmen der Ahnen lebendig, die von Ehre, Stolz und magischen Kräften künden, die ein Afrika beschwören, das für die an der Bruchlinie zweier Kulturen aufgewachsenen „Leopardenkinder“ nur noch ein ferner Mythos ist.

Wilfried N’Sondé wurde 1968 in Brazzaville, Kongo, geboren. 1973 siedelte die Familie in einen Pariser Vorort über. Geprägt von den Lebensverhältnissen der Banlieues, begann Wilfried N’Sondé, Gedichte und Kurzprosa zu verfassen – unveröffentlichte Anzeichen einer privaten „Bildungsrevolution“, die ihn bis an die Sorbonne führte, wo er bis 1991 Politologie studierte. Nach ausgedehnten Reisen mit Stationen in London, Utrecht und Madrid hat er sich dann in Berlin niedergelassen. Hier wurde er als Musiker mit einer Mischung aus Trash-Rock und Afro-Punk aktiv. Zudem betreut er in seinem Charlottenburger Kiez zahlreiche Projekte mit sozial benachteiligten Jugendlichen. Für seinen Roman „Das Herz der Leopardenkinder“ wurde N’Sondé mit dem „Prix Senghor de la Création Littéraire“ und dem „Prix des cinq continents de la francophonie“ ausgezeichnet. Der Autor ist Vater von zwei Kindern und arbeitet derzeit an einem Album mit Chansons.