Franz H. Kabelka , Wolfgang Kauer

Züge nach (N)irgendwo

Do, 06.03.2008, 20 Uhr

Genre: Buchpräsentationen

Veranstalter: Salzburger Autorengruppe

Eintritt: E 6/4

Franz Kabelka, Feldkirch: Letzte Herberge (Krimi, Haymon 2007)
Im Eisenbahnabteil ermittelt Kommissar Tone Hagen: Eine Leiche entpuppt sich als vormals bekannter Schirennläufer, den die Jahre danach ins Obdachlosenheim gebracht haben, eine „letzte Herberge“. Am Weihnachtsabend ist er nicht mehr heimgekehrt. Hagens Ermittlungen führen zu einer Oberstufenklasse, die von ihrem Lehrer zur Sozialarbeit gedrängt worden ist, jene Obdachlosen zu betreuen. Sie lernen deren Kampf gegen diverse Süchte und die Libido kennen, bis ein Schüler vermisst wird. Es stellt sich heraus, dass die engagierten Schüler ihr eigenes Leben nicht mehr meistern können. „,Letzte Herberge’ ist ein Stück Realgeschichte, die von der richtigen Seite her aufgerollt wird, nämlich von unten, von außen und vom Rand her“ (Helmuth Schönauer).

Wolfgang Kauer, Salzburg: Nachtseite (Prosatexte, arovell 2007)
Hat ihn die Kulturgesellschaft „ausgeklinkt“ oder er sich selbst? Das Ich der gleichnamigen Parabel verdingt sich jetzt als Tagelöhner beim Bau eines Rangierbahnhof-Begleitweges. Angesichts der Verschubarbeiten wird ihm die Ähnlichkeit der Abläufe mit gesellschaftlichen Vorgängen bewusst. Als ein befreundeter Rangierer beim Aufprall eines Waggons ums Leben kommt (zeitgemäße Form der Guillotine), wird der Ich- Erzähler aufgefordert, dessen Platz einzunehmen. Dabei wird ihm klar, dass er keine Chance hat, sein Leben selbst zu bestimmen, und dieses nur ein kurzes Aufflackern vor dem Ende am Schafott gewesen ist. „,Nachtseite’ ist eine vor Sprachwitz, Satire und Dunkelheit überbordende Sammlung, die den Leser fasziniert, teilweise auch ratlos zurücklässt“. Autorenbiographien unter: www.literaturhaus-salzburg.at