Michèle Métail
Herbert Wiesner

Michèle Métail

Mi, 28.04.2004, 20 Uhr

Genre: Sprachperformance

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Französ. Kulturinstitut Innsbruck

Eintritt: E 6/4

'Die Sprache und die Stadt sind die schönsten Erfindungen der Menschen', sagt Michèle Métail. Die gebürtige Pariserin mit Wohnsitz Südfrankreich ist nicht 'nur' eine Schriftstellerin, eine Lyrikerin. Métail erforscht mit ihrer Lyrik die Sinnesgrenzen. Und sie ist Schöpferin des wahrscheinlich längsten, noch unvollendeten Gedichtes der Welt, auf einer bislang 20 Meter langen Papierrolle, Titel: 'Compléments de noms'. Daraus trägt sie erstmals in Salzburg vor.

Moderation: Herbert Wiesner.

Anfang der 90er Jahre stolperte Métail in Wien über das Wort 'Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän'. Davon inspiriert nahm die Dichterin, außerdem französische Germanistin und promovierte Sinologin , die einzelnen deutschen Wörter auseinander und fügte sie sie mit französischen Genitivscharnieren wieder zusammen. 'So wurde das Unwort aus sechs Substantiven zur Urzelle eines Gedichts, das mittlerweile länger ist als die Donau mit ihren 2888 Kilometern.' (FAZ)

Mehr als 25.000 Verse hat Herbert Wiesner, ehemaliger Leiter des Berliner Literaturhauses, in den 'Compléments de noms', dem vielsprachigen Endlosgedicht, bisher gezählt. Er stellt Métail an diesem Abend vor und führt mit der Schriftstellerin nach ihrer Performance ein Gespräch auf Deutsch. Das Publikum ist eingeladen, sich auf Deutsch und Französisch einzubringen.

Michèle Métail, geboren 1950 in Paris, lebt in Lasalle/Südfrankreich. Schreibt: Gedichte, Erzählungen, Romane. Stationen u.a.: Studium Germanistik, Sinologie. Mitbegründerin des Vereins 'Les arts contigus'. 2000 Gast des Berliner Künstlerprogramms, veröffentlichte den Band 'Gehen und Schreiben. Gedächtnis-Inventar, Gedichte, Fotografien, Erkundungen' (2002, DAAD-Reihe).

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Französisches Kulturinstitut Innsbruck