Gabriele Neudecker
Doris Kirschhofer

Freaky / Glas.Gebirge

Sa, 15.11.2003, 20 Uhr

Genre: Buchpräsentation

Veranstalter: prolit, Sbg.er Buchwoche, Das KINO

Eintritt: ? 6/4

Starre dörfliche Strukturen, die wenig Platz lassen für individuelle Lebensentwürfe, Animositäten gegenüber dem ?Fremden?, Fragen nach Identität und dem, was ?Heimat? bedeuten könnte, und die Bemühungen einer jungen Generation, sich aus den Zwängen tradierter Werte und leerer Rituale zu befreien ? das sind die Themen der beiden Texte dieses Bandes ? soeben erschienen in der Edition Eizenbergerhof ? mit denen die Filmemacherin Gabriele Neudecker eine Schreibweise vorstellt, die zwischen Literatur und Film zu vermitteln versucht. Auf eigenwillige und originelle Weise gelingt Neudecker eine Balance zwischen Prosa und Drehbuch: Experimentell aufbereitete Bild-Sequenzen, assoziative Wortcollagen, flüchtige Regieanweisungen, ineinander montierte Perspektiven und Realitätsebenen, schnelle Schnitte erzeugen eine dem Zeitraffer im Film vergleichbare Sogwirkung, die den Leser, die Leserin von Wort zu Wort treibt. ?Das ist die Stärke dieser Prosa: daß sie auf vertraute Erzählmuster verzichtet und das Wagnis eingeht, eine eigene Sprache für ein Ereignis zu finden, das zwei Menschen aus der Bahn wirft.? (Anton Thuswaldner über ?Glas.Gebirge?, SN) Gabriele B. Neudecker, 1965 in Salzburg geboren; Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Philosophie, Geschichte und Romanistik; freie Autorin und Regisseurin; lebt in Köstendorf bei Salzburg. Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen für Drehbücher, Fotos und Filme. ?Das Drehbuch zu ?Glas.Gebirge? wurde mit dem Salzburger Drehbuchpreis ausgezeichnet, die Textversion mit dem Rauriser Förderungspreis 2003. Die Verfilmung von ?Freaky? konnte bislang 18 nationale und internationale Awards für ?Bester Film?, ?Beste Regie? und ?Bestes Drehbuch? verbuchen und zählt nach Angaben der Austrian Film Commission zu den zehn erfolgreichsten österreichischen Kinofilmen 2001/02. Den musikalischen Kontrapunkt zur Lesung setzt Doris Kirschhofer mit Akkordeon und Gesang.