H.C. Artmann
Lars Brandt / Ines Schütz

momente des glücks – h.c. artmann

Mo, 01.12.2003, 20 Uhr

Genre: Film & Gespräch (Reihe trans.script)

Veranstalter: Verein Literaturhaus/aktion film/Das Kino

Eintritt: E 6/4

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Zum Auftakt des Artmann-Schwerpunkts wird der Dokumentarfilm „momente des glücks – h.c. artmann“ (Ö 2000, 56 Minuten) von Lars Brandt gezeigt. Mit dem Filmemacher spricht Ines Schütz. Neun Nachmittage verbrachte Lars Brandt im August 2000 mit H.C. Artmann in Wien: mit Gesprächen über Artmanns legendären Geburtsort St. Achatz am Walde, über Elfen, die Dichtersprache Wienerisch und die Musik. Mit einem auf ein Minimum begrenzten Team zeichnete Lars Brandt diese Gespräche auf, um daraus ein Buch mit CD und einen Film zu machen. Im Buch stehen die Gespräche im Zentrum, so wie sie geführt wurden, ohne Umstellungen. Der Film hingegen lässt neben H.C. Artmann auch Freunde und Wegbegleiter wie Friedrich Achleitner, Peter Rosei, André Heller oder Christian Ide Hintze zu Wort kommen. Entlang ihrer Aussagen über Gesprächsausschnitte mit H.C. Artmann und Zeitdokumente rollt der Film ein Dichterleben auf, dazwischen immer wieder Gedichte aus Artmanns wahrscheinlich letzter Lesung. Zum Großteil wurde in der Wohnung von H.C. und Rosa Artmann gedreht: das Künstlerpaar bei der Arbeit an der Übersetzung eines Goldoni-Stückes, beim Lesen und im Gespräch. Das Kamerateam begleitete aber auch Ausflüge ins Waldviertel, ins Schmetterlingshaus oder ins Naturhistorische Museum, ein Aufenthalt, von dem Lars Brandt später schreibt: „Hätte ich geahnt, wie ihm hingegen der Aufenthalt zwischen den Skeletten und ausgestopften Tieren des Naturhistorischen Museums zusetzte, hätte ich ihm dieses Erlebnis erspart, statt ihn im Rollstuhl an all den Leichen vorbeizuschieben.“ Im Studio, am Tag der Schlussmischung des Filmsk, erreichte das Team die Nachricht von H.C. Artmanns Tod. „Heute erst weiß ich wirklich, welche Eigernordwände er jeden Tag erklomm, um diesen Film möglich zu machen.“ (Lars Brandt) Lars Brandt, geboren 1951 in Berlin, Sohn des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers, SPD-Vorsitzenden und Regierenden Bürgermeisters von Berlin Willy Brandt und dessen zweiter Ehefrau Rut Brandt. Brandt erlebte den Aufstieg seines Vaters aus nächster Nähe mit und verfasste über sein Verhältnis zu seinem Vater das literarische Buch Andenken. Das von der Kritik viel gelobte Werk platzierte sich direkt nach Erscheinen auf Platz 1 der Bestseller-Liste des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Brandt lebt und arbeitet in Bonn. Werke: H.C.Artmann. Ein Gespräch (2001), Andenken (2006) Filme: Momente des Glücks ( WDR 2000).