Elisabeth Vera Rathenböck

Die Stimme diese Ratte

Di, 23.03.1999, 20 Uhr

Genre: Lesung

Veranstalter: Prolit

Eintritt: öS 80,-/ 50,-

Über die Kriege am Ende unseres Jahrhunderts hat die Literatur viel geschwiegen. Sie hat aber auch viel darüber geschrieben; und zu-geschrieben hat sie, Opfer und Täter, Schuld und Unschuld, Macht und Ohnmacht. Um solche Muster und Mechanismen des Zu-schreibens – wie auch des Zu-Schauens – geht es dem Text von Elisabeth Rathenböck, um die mediale Aufbereitung und Wahrnehmung von ‚Krieg‘ und darum, wie er alltäglich, erträglich, gewöhnlich wird, ist er nur fern genug: „Der Sieg liegt im Verschweigen.“ „Auf der anderen Seite“ die Namenlosen, Stimm-losen, „Gesichter in kaputter Freiheit“, die keine Worte mehr haben, nur mehr das Unverstehen und „das verloschene Sprechen im vertrocknenden Mund … Irgendwo blieb ihre Tragödie liegen, versteinerte dann. Jetzt liegt sie da. Kleine Bilder in Porzellan.“ Elisabeth Vera Rathenböck, geboren 1966 in Linz, wo sie als Journalistin und freie Schriftstellerin lebt. Studium der Künste an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung. Mitglied des Linzer AutorInnen-Kreises, journalistische und wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie literarische Publikationen in Zeitschriften und Radio. Mitherausgeberin der Anthologie „Im Wortwechsel. Ein literarischer Zirkel aus Europa“ (1998). „Die Stimme diese Ratte“ ist 1997 als Handpressendruck mit Originalradierungen von Christine Aumüller erschienen.