Margot Koller

Von den grossen Entwürfen...

Do, 02.12.1999, 20 Uhr

Genre: Lyriklesung

Veranstalter: Grazer Autorenversammlung / Salzburg & Freie Autorinnen

Eintritt: öS 80,-/50,-

… zu den kleinen Ausschnitten & retour. Die Gestaltung des Abends ist nicht fix – vielleicht gelingt so etwas wie eine kabarettistische Führung –, jedenfalls werden Bild, Ton und Gerüche sich soweit einmischen, daß spürbar wird, Lyrik und Leben fängt mit L an – wie übrigens auch Liebe und das Wort lapidar. Textprobe: (Ausschnitt) „Das Buch mit sieben Siegeln Die Zeilen durchädert So schlage ich Dich auf. Das 39. Blatt habe ich aufgeschlagen, doch der Zeilen nicht habhaft werdend, versuche ich sie zusammenträumend zu einer Antwort zu binden. (…)“ Margot Koller: Geboren im Krieg in Europa, gehofft, daß diese Massaker nicht wiederkommen, gelernt und gearbeitet dagegen. Irgendwann sind wir – die 68er – von IKEA, Cola & Co ausgetrickst worden. Trauer darüber – sehr lange – Lyrik dazwischen- und dagegengesetzt als versuchte Form des Bleibens – dann die Grundlagen der Psychotherapie studiert – viel viel Widerstandsarbeit geleistet – unlängst die Elbe 340 km gepaddelt, was mich weniger verändert hat als die Tatsache, daß ich in einer Welt lebe, in der Lyrik ein „sterbender Schwan“ ist – und die Realität des Paradoxon noch immer das größte Tabu der Menschheit ist.