Gert Kerschbaumer , Karl Müller

Begnadet für das Schöne

Di, 15.12.1992, 20 Uhr

Genre: Buchpräsentation

Veranstalter: Salzburger Autorengruppe/ Verein Literaturhaus

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes galt es, Österreich als Kulturnation im Konzert der freien Völker darzustellen und die Rolle vieler österreichischer NS-Kulturträger aus Musik, bildender Kunst, Presse, Theater und Literatur aus dem Blick zu rücken. In dem Buch wird beschrieben, wie diese nach dem Krieg als Kulturrepräsentanten des republikanischen Österreich neu intstalliert wurden und wie sie rasch wieder Einfluß und Macht gewinnen konnten. Genauer betrachtet werden einige symptomatische Konflikte und Prozesse, die sich im Beginn der Hoch-, Volks- und Alltagskultur der Zweiten Republik abspielten. Die Autoren (unter Mitarbeit von Oliver Rathkolb und O. P. Zier) beschäftigen sich mit der am Ende der NS-Herrschaft nicht enden wollenden Wirksamkeit überkommener Argrumente gegen die moderne und zeitgenössische Kunst und Literatur. Das Buch schließt mit Szenen einer Burleske, mit der jüngsten Vermarktung der stumpf gewordenen Moderne und den Reibungen zwischen rhetorischem Euoropäertum und eingespieltem Heimatgeraune.