Josef Winkler , O.P. Zier
Hildemar Holl

Zwei Lesungen

Fr, 22.10.1999, 20 Uhr

Genre: Lesungen

Veranstalter: Literaturhaus

Eintritt: öS 80,-/50,-

September und Oktober stehen im Rahmen des Österreich-Schwerpunkts aeiou ganz im Zeichen des Buchstaben o wie Oesterreich und Opposition. Anhand von ausgewählten Texten der beiden Schriftsteller Josef Winkler und O. P. Zier wird an diesem Abend die kritische, sogenannte „Neue Heimatliteratur“ thematisiert. Die Einleitung hält der Salzburger Germanist Hildemar Holl. Josef Winkler begann bereits in jungen Jahren, gewissermaßen als literarische „Überlebensarbeit“, mit der Aufarbeitung von Kindheit und Jugend durch Schreiben. Sein Roman „Menschenkind“ (1979) stellt als erster Teil der Trilogie „Das wilde Kärnten“ – außerdem: „Der Ackermann aus Kärnten“ (1980) und „Muttersprache“ (1982) – eine von religiösen und familiären Zwängen bedrückte Existenz dar, reflektiert über provinzielle Sprachverkümmerung und protestiert. Einem größeren Publikum wurde Winkler durch seinen Roman „Friedhof der bitteren Orangen“ (1990) bekannt. Auch O. P. Zier wendet sich in seinen literarischen Arbeiten immer wieder der Provinz zu. In seinem vielbeachteten Roman „Schonzeit“ (1996) erzählt der Salzburger Autor anhand von authentischen Lebensberichten die berührende Liebes- und Lebensgeschichte sogenannter kleiner Leute aus der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. Ohne je zu verklären oder die herrschende Realität aus dem Blick zu verlieren entwirft er einen Österreich-Roman anderer Art und erinnert an den unbedankten Widerstand. Josef Winkler, geboren am 3. März 1953 in Kamering bei Paternion in Kärnten, lebt seit 1982 als freier Schriftsteller, derzeit in Pogöriach in Kärnten. Schreibt Prosa. Zahlreiche Preise. Zuletzt erschien die Erzählung „Wenn es soweit ist“ (1998). O.P. Zier, geboren am 20. Oktober 1954 in Schwarzach/St. Veit, lebt seit 1979 als freier Schriftsteller in St. Johann im Pongau und in Eschenau im Pinzgau. Schreibt Hörspiele, TV-Drehbücher, Essays, Gedichte etc. Zuletzt erschien der Roman „Himmelfahrt” (1998).