Doron Rabinovici
Paul Gulda, Shira Karmon

Simon Laks: Musik in Auschwitz

Mo, 04.04.2022, 19.30 Uhr

Genre: Literatur & Musik

Veranstalter: Verein Literaturhaus in Kooperation mit dem Festival IMAGO DEI

Eintritt: € 14/12/10

Kartenvorverkauf

Simon Laks überlebte das KZ Auschwitz als Leiter des Männerorchesters in Birkenau. 1983 starb der polnisch-französische Komponist und Autor jüdischer Abstammung in Paris. Seine Erinnerungen erschienen erstmals 1948 in Buchform, wurden überarbeitet, waren vergriffen und liegen auf Deutsch in einer Neuausgabe vor: „Musik in Auschwitz. Die Geige, die ich halte, ist mein Schutzschild geworden“.

Diese Veranstaltung würdigt den in Vergessenheit geratenen Künstler literarisch-musikalisch. Der österreichische Schriftsteller Doron Rabinovici hat dazu einen neuen Text geschrieben, den er liest. Die Musik kommt von Paul Gulda (Klavier) und Shira Karmon (Gesang). Den Abend moderiert Nadja Kayali, Ö1-Sendungsgestalterin und Leiterin des Kremser Osterfestivals IMAGO DEI. Außerdem führt sie u.a. ein Gespräch mit dem Verleger von Laks‘ Werk, dem Musikwissenschafter Frank Harders-Wuthenow.

49543 – das war die Nummer, die der vierzigjährige Komponist und Musiker Simon Laks erhielt, als er im Juli 1942 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. 49543, eintätowiert in den linken Unterarm. In den ersten Wochen im Konzentrationslager muss er Schwerstarbeit verrichten. Da brauchen die Blockführer einen polnisch sprechenden vierten Mann fürs Bridge – und Laks lässt beiläufig die Bemerkung fallen, er sei eigentlich Geiger und Komponist. Daraufhin wird er ins Lagerorchester versetzt.

Vom Überleben durch Musik handelt also die Geschichte von Simon Laks, der am 1. November 1901 in Warschau geboren wurde, zuerst Mathematik und dann am Musikkonservatorium studierte, 1926 nach Wien und später nach Paris übersiedelte. 1941 wurde er im französischen Lager Pithiviers nahe Orléans interniert, dann nach Auschwitz verschleppt. Die Geige wurde sein Schutzschild.

Davon erzählt Laks in seinem Buch „Musik in Auschwitz“. Viele Jahre führte die ebenso facettenreiche wie ansprechende Musik von Simon Laks ein Schattendasein. Als Jude, Pole und französischer Staatsbürger entzog er sich der musikgeschichtlichen Einordnung. Nun gibt es endlich wieder eine Beschäftigung mit dem Musiker und Menschen. Damit soll ein Beitrag zur Wiederentdeckung von Simon Laks geleistet werden.