Katja Lange-Müller

Drehtür

Mi, 18.01.2017, 19.30 Uhr

Genre: Lesung

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 8/6/4

Asta ist nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchner Flughafen gestrandet. Sie wollte eigentlich gar nicht zurück, aber weil sich ihre Fehlleistungen häuften, bekam sie ein One-Way-Ticket geschenkt. Und nun weiß sie nicht, wie es weitergehen soll.

Einigermaßen wohl fühlt sie sich nur, wenn sie gebraucht wird. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen? Mit jeder Episode variiert die Erzählerin ein höchst aktuelles und existenzielles Thema: das Helfen und seine Risiken.

Katja Lange-Müller liefert mit diesem Roman einen weiteren Beweis ihrer großartigen Erzählkunst und ihres unverkennbaren Tons. Ein Reigen von Geschichten fügt sich zu einem Roman, dessen Fäden sich an einem Punkt verknoten: Nächstenliebe. Ein Thema, das viele Bücher der Autorin durchzieht, wird hier „zu einer erzählenden Phänomenologie der Caritas in all ihren Aspekten und Ambivalenzen“ (Ursula März, Die Zeit) verdichtet und macht „Drehtür“ zu einem politisch und gesellschaftlich aktuellen Roman.

Katja Lange-Müller, geb. 1951 in Berlin-Lichtenberg, absolvierte eine Schriftsetzerlehre und arbeitete als Hilfskraft in der Psychiatrie; sie lebt in Berlin, für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. 1995 Alfred Döblin-Preis, 2008 Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, 2013 Kleist-Preis; im SS 2016 hielt sie die Frankfurter Poetikvorlesungen. Zuletzt erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag die Romane „Böse Schafe“ (2007) und „Drehtür“ (2016).