Norman Manea

Wir leben alle im Exil

Di, 04.10.2016, 19 Uhr

Genre: Film, Lesung & Gespräch (rumänisch/deutsch)

Veranstalter: prolit, Rumänisches Kulturinstitut

Eintritt: € 8/6/4

Moderation und Übersetzung: Ernest Wichner
Deutsche Lesung: Frank Arnold

Seit dreißig Jahren lebt Norman Manea im Exil. Der große Zeitzeuge der faschistischen und der kommunistischen Diktatur Rumäniens hat die Widersprüche eines Lebens zwischen Ost und West und die Frage nach der jüdischen Identität nicht nur in seinem literarischen Werk behandelt, - er hat sie auch fortlaufend essayistisch kommentiert. Am Beispiel seiner eigenen Erfahrungen und der Auseinandersetzung mit Werken anderer Autoren erkundet er den Zusammenhang von Exil, Sprache und Schreiben: „Die Sprache ist die Plazenta des Schriftstellers, dieses Exilanten par excellence.“

Manea erzählt von seiner Ankunft in West-Berlin, er schildert persönliche Begegnungen wie die mit Saul Steinberg und Emile Cioran, richtet seinen Blick auf die Literatur von Autoren, die ihm nahestehen, insbesondere Franz Kafka und Paul Celan und begreift das 21. Jahrhundert als eines, das „im Zeichen des Exils“ steht.

„Manea ist einer dieser großen Schriftsteller, die mitten in der Wüste zu wachsen vermögen.“ (Claudio Magris)

-> Um 19 Uhr präsentieren wir den Dokumentarfilm „Rumänien – 4 Heimaten“, der vier Schriftstellerportraits, darunter auch Norman Manea und Mircea Cartarescu, und ihre jeweilige „Heimat Rumänien“ zeigt. Beginn der Lesung: 20 Uhr.

Norman Manea, 1936 in der Bukowina geboren, wurde 1941 mit seiner Familie in ein Konzentrationslager in der Ukraine deportiert. Seit 1974 ist er als freier Schriftsteller tätig, seit 1986 lebt er in New York. Publikationen u.a.: „Der schwarze Briefumschlag“ (Roman, 1995), „Über Clowns“ (Essays, 1998), „Oktober, acht Uhr“ (Erzählungen, 2007), „Die Höhle“ (Roman, 2012). Der Essayband „Wir sind alle im Exil“ ist im Hanser Verlag erschienen.