Nadja Küchenmeister

Unter dem Wacholder

Do, 14.04.2016, 19.30 Uhr / Galerie Untersberger-Kerschbaumer

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit

Eintritt: freiwillige Spende

 

Ein zwingendes Gedächtnis bestimmt die Lyrik von Nadja Küchenmeister. Historischen wie privaten Bruchlinien folgend, greifen ihre Gedichte die großen Themen unserer Existenz auf und führen sprachbewusst, sinnlich und in lebendigem Dialog mit lyrischen Traditionen in den Zwischenraum von Erzählen und Poesie. Nadja Küchenmeisters Gedichte sind präzise, detailgenau, luzide und vielschichtig zugleich, ihre Tonarten spielen das Helle wie das Dunkle durch, lakonisch, spöttisch, sehnsuchtsvoll. Sie verbinden das Profane, das Kleine und Einzelne mit dem Großen, dem kaum Fassbaren von Leben und Tod.

„nur ein schneerest, der noch leuchtet. / die reihe laternen kann nicht erhellen / was unter den füßen am boden verschwimmt. // wir sind erschöpft und kaum zu sehen / und hängen einander am arm, stumm verzagt. / es führen wohl wege von hier in die irre. // wir hören davon. Wir fragen nicht nach. so / schmilzt auch die wolke im nächtlichen himmel / und was wir uns sagen, da blüht schon der tag.“ (die blumen des bösen)


Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, lebt dort als freie Schriftstellerin; Lehraufträge am Literaturinstitut Leipzig, Übersetzungsarbeiten; Für ihren viel beachteten Debütband „Alle Lichter“ erhielt sie einige Auszeichnungen, u.a. den Stahl-Literaturpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis. Für Gedichte aus „Unter dem Wacholder“ (erschienen im Schöffling Verlag) wurde sie mit dem Mondseer Literaturpreis ausgezeichnet.