Nellja Veremej

An der Grenze

Do, 31.03.2016, 17 Uhr / Rauris, Heimalm

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit, Rauriser Literaturtage

Eintritt: frei


„Wie Nellja Veremej in ihrem Roman vier Generationen in den Blick nimmt, wie sie das 20. Jahrhundert in einem Wimpernschlag spiegelt, wie sie ganze Lebensläufe rafft und magische Momente dehnt, das ist schlicht meisterhaft.“ (Manfred Papst, NZZ)

Alt ist Ivo noch nicht, höchstens an der Grenze, aber zu alt dann doch, um sich in die Freundin des eigenen Sohnes zu verlieben. Seit die junge Frau im Museum auf der Festung arbeitet, Tür an Tür mit Ivo, der dort sein Restaurant hat, findet er keine Ruhe mehr. Mira raubt ihm den Schlaf – nicht im Ehebett, das teilt er längst nicht mehr mit seiner Frau, die Gesangslehrerin ist, aber ein Star hätte werden können. Überhaupt ist alles anders gekommen in dem kleinen Städtchen an der Grenze, wo Westen und Osten, Norden und Süden aneinanderstoßen,  anders als erhofft. Es ist August, es ist drückend heiß, seine Tochter Ana hat Geburtstag, ein großes Fest steht bevor.

Im Duktus einer Märchenerzählerin verwebt Nellja Veremej die Geschichte Ivos mit Mythen, Fabeln und Legenden. Aus dem leisen Humor, mit dem sie ihre Figuren, ihre Hoffnungen und Nöte betrachtet, spricht die Zuneigung einer Autorin, die weiß, dass Geschichte aus Geschichten gemacht ist, dass sich das Große im Kleinen spiegelt.


Nellja Veremej, 1963 in der Sowjetunion geboren, studierte an der Universität von Leningrad Russische Philologie und lebt seit 1994 in Berlin. Für ihren ersten Roman „Berlin liegt im Osten“, der von der Kritik begeistert aufgenommen wurde und für den Deutschen Buchpreis nominiert war, erhielt sie 2014 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises.