Kleist & Büchner – zwei moderne Klassiker

Mi, 13.01.2016, 19 Uhr

Genre: Filmclub

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, DAS KINO

Eintritt: Kartenpreise DAS KINO, für Mitglieder von Leselampe und DAS KINO frei

Einführung: Manfred Mittermayer

Deutschland 1984; Regie und Drehbuch: Hans Neuenfels; Kamera: Hans-Günther Bücking; mit: Ulrich Wildgruber, Annemarie Düringer, Hermann Treusch u.a.; 130 Minuten

Ein Erbvertrag hat die beiden Häuser Rossitz und Warwand aus der Familie Schroffenstein zu Feinden gemacht: Der gesamte Besitz der Familie, so der Vertrag, fällt der jeweils überlebenden Linie zu, sollte ein Zweig aussterben. Argwohn und Misstrauen sowie Hass und Rachegelüste bestimmen seither das Verhältnis der Häuser, und es kommt zur tödlichen Eskalation.

Hans Neuenfels adaptierte insgesamt drei Dramen Kleists für das ZDF, „Die Familie oder Schroffenstein“ ist der zweite Teil der Trilogie, der sich an das erste Stück „Die Familie Schroffenstein“ (1804) anlehnt. Schon dem Titel nach handelt es sich nicht um eine einfache Verfilmung, sondern um Umarbeitungen des Stoffes. Im filmischen Experiment transportiert Neuenfels die Wucht Kleists auf die Leinwand und schreckt nicht davor zurück, etwa die Mauerschau als solche zu inszenieren. Dies lässt den Film äußerst theatral wirken und zeigt den Versuch, den Originaltext nicht zu beschädigen.