Salzburger Bloomsday 2018

11.06.2018
Am 16. Juni wird in Erinnerung an den Roman "Ulysses" von James Joyce der BLOOMSDAY gefeiert. In Salzburg trifft an diesem irischen Festtag um 18.30 Uhr im Mozarteum neue Poesie auf neue Musik. Fünf österreichische Autoren haben auf Einladung des Literaturhauses Texte geschrieben, die von Komponisten z.T. vertont wurden und jetzt die Uraufführung erleben! Eintritt frei.

Vor genau 90 Jahren, im Sommer 1928, verbrachte James Joyce fünf Wochen in Salzburg, traf Festspielkünstler und den Schriftsteller Stefan Zweig. Zum dritten Mal wird dem weltberühmten irischen Dichter ein Abend im Mozarteum mit Musik gewidmet – heuer erstmals mit neuen Texten österreichischer Autoren.

Für 2018 wurden Christine Haidegger, Bodo Hell, Margret Kreidl, Ludwig Laher und Elke Laznia eingeladen, einen poetischen Text mit Bezug zu Joyce („Ulysses“) zu verfassen. Ausgewählten Komponisten war es freigestellt, eines dieser Gedichte als Basis für eine neue Komposition zu nehmen. Fünf Komponisten haben sich für drei neue Texte entschieden, die zwei unvertonten sind ebenfalls zu hören. Insgesamt bietet der Abend neue Literatur – und acht Musikstücke:

  1. Wolfgang Niessner: Penelope-Rap (2018) op. 51 für Sopran, Flöte, Violoncello und Gitarre Text: Bodo Hell
     
  2. Klaus Ager: Aeodios op. 105.3 für Flöte, Violoncello und Gitarre (mit Bezug auf den Text von Elke Laznia)
     
  3. Stefan David Hummel: „Through the alleways of Salzburg ...“ (2018) für Sprecherin, Flöte, Gitarre und Violoncello – Text: Christine Haidegger
     
  4. Agustín Castilla-Ávila: Penelope. Monolog für Sopran, Altflöte und Gitarre – Text: Bodo Hell
     
  5. Jean-Luc Darbellay: Brücken für Singstimme, Flöte (Piccolo/Altflöte) und Violoncello – Text: Christine Haidegger
     
  6. Kevin Lang: With Courage I Stride für Sopran, Flöte, Violoncello, Gitarre und Perkussion
     
  7. Gunnar Berg: Auswahl aus „9 Duos“ für Flöte und Gitarre
     
  8.  Nataliya Rozhko: Tropfen

Interpreten des Abends sind Gunnar Berg Ensemble Salzburg, Alexandra Lambert-Raschké (Sopran), Vera Klug (Flöte), Yvonne Zehner (Gitarre), Chih-Hui Chang (Violoncello) und Mareike Tiede (Sprecherin).

Seit 2016 organisiert die Salzburger Gesellschaft für Musik in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Musik, Mozarteum Salzburg und ab 2017 auch mit dem Literaturhaus Salzburg einen Abend mit neuer Musik von österreichischen und internatio­nalen Komponisten zu Person und Werk von James Joyce.

James Joyce (1882–1941) beschreibt in seinem Roman „Ulysses“ einen Tag, den
16. Juni 1904, im Leben von Leopold Bloom, irischer Anzeigenakquisiteur jüdischer Abstammung bei einer Dubliner Tageszeitung. In Anlehnung an Homers Irrfahrten des Helden Odysseus lässt der irische Schriftsteller in 18 Episoden die Leser an den (Irr)Gängen seines Antihelden durch Dublin teilhaben. Dabei schildert Joyce nicht nur äußere Geschehnisse, sondern die Gedanken seiner Protagonisten, ihre Assoziationen, Erinnerungen, Vorstellungen. Sprache wird im Buch also als Bewusstseinsstrom („Stream of Consciousness“) verwendet, wie es der Person durch den Kopf geht. Das vollständige Werk erschien erstmals 1922, auf Deutsch 1927.

Seit den 1950er Jahren findet jährlich am 16. Juni der BLOOMSDAY statt, ein Gedenktag, der sich auf die Hauptfigur des ­Romans “Ulysses” von James Joyce bezieht – in Dublin im Status eines Feiertags, jedenfalls weltweit der einzige Tag, der einem Roman gewidmet ist. Dabei wird auf den Spuren des Werks gewandelt, Schauspieler lesen Textpassagen, Experten erklären Autor und Buch, Fans tragen Kostüme, trinken, singen und musizieren ... Übrigens hatte der Autor James Joyce eine besondere Verbindung zu Musik: Er spielte Gitarre und Klavier, sang und komponierte.