Natascha Strobl

Vor 200 Jahren, am 5. Mai 1818, wurde in Trier der deutsche Philosoph, Ökonom und Soziologe Karl Marx geboren, der mit 64 Jahren in London starb. Doch der einflussreiche Theoretiker und Geschichtsoptimist ist quietschlebendig und angesichts der Auswüchse des modernen Finanzkapitalismus auch für junge Menschen wieder attraktiv. Der neue Dokumentarfilm „Marx 4.0“ (ARTE/ZDF, 52 Minuten) von Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier, der im Literaturhaus als Preview gezeigt wird, spürt der Faszination von Karl Marx nach. In der Doku kehrt die Pop-Ikone noch einmal auf die Erde zurück: Kann er die Welt retten und den Kapitalismus bändigen?

Danach, ab 20 Uhr, diskutieren mit Stefan Wally (Moderation) der österreichische Autor und Journalist Robert Misik (von ihm erschien u.a. das Buch „Was Linke denken“) und die Wiener Politikwissenschafterin und Bloggerin Natascha Strobl (Co-Autorin von „Die Identitären: Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa“) über die Frage, wie weit die „Neuen Rechten“ in Europa die „alten Linken“ abgelöst, ja, vielleicht sogar aus der 68er-Bewegung Ideen übernommen haben und auch deshalb über eine Protestbewegung gegen das Establishment hinaus für Medien und Wähler*innen sexy sind. Ist die Linke out? Fehlt ihr ein Heimatbegriff? „Der linksliberale Mainstream trieft vor Selbstgerechtigkeit“, war 2016 in der WELT zu lesen: „Dabei ist die Empörung über rechtspopulistischen Protest heuchlerisch. Denn Rechtsaußen wärmt altlinke Ressentiments neu auf.“ Geht es im 21. Jahrhundert mit Marx nach rechts? Eine Veranstaltung zum Festival Europa der Muttersprachen 2018.